Zur Anwendung von § 50d Abs. 1 Satz 11 EStG a.F. auf Ausschüttungen an eine US-amerikanische sog. S-Corporation (BFH)

Einer US-amerika­nischen sog. S-Corpo­ration, die in den USA in­folge der Aus­übung des steuer­lichen Wahl­rechts wie eine Per­sonen­gesell­schaft behan­delt wird, aus deut­scher Sicht aber eine Kapital­gesell­schaft ist, steht als nutzungs­berech­tigter Gesell­schaft für die Aus­schüt­tungen einer deut­schen Kapital­gesell­schaft das sog. Schachtel­privi­leg nach Art. 10 Abs. 3 DBA-USA 1989/2008 zu, soweit die von der Gesell­schaft bezo­genen Ein­künfte in den USA bei ihren in den USA ansäs­sigen Gesell­schaftern wie Ein­künfte dort Ansäs­siger be­steuert wer­den (Be­stäti­gung des BFH-Urteils v. 26.6.2013 I R 48/12, BStBl II 2014, 367). Daran än­dert § 50d Abs. 1 Satz 11 EStG i.d.F. des Amts­hilfe­richt­linie-Um­setzungs­gesetzes mate­riell-recht­lich nichts. Aus der Anwen­dung der Vor­schrift auf die Aus­schüt­tungen an eine S-Corpo­ration ergibt sich ledig­lich, dass nicht diese selbst, son­dern deren Gesell­schafter den An­spruch auf Er­stat­tung der ein­behal­tenen und abge­führ­ten Kapital­ertrag­steuer gegen­über dem BZSt gel­tend zu machen haben (BFH, Urteil v. 11.3.2026 – I R 13/23; veröf­fent­licht am 28.5.2026).