Initiative „Binnenmarktstrategie für 2025“ der Europäischen Kommission

Die Europäische Kommission plant, im Juni 2025 eine neue Binnenmarktstrategie zu veröffentlichen. Ziel ist es, das Potenzial des Marktes voll auszuschöpfen und die Produktivität in der EU zu steigern. Das unterstützen wir zwar grundsätzlich, warnen aber vor einer pauschalen und praxisfernen Deregulierung der steuerberatenden Berufe im Zuge der Binnenmarktstrategie. Wir begleiten das Vorhaben von Anfang an und setzen uns aktiv für die Belange des Berufsstands ein.

In unserer aktuellen Stellungnahme machen wir u. a. klar:
Berufliche Standards für Steuerberater sind nicht verhandelbar

Steuerberater sind unabhängige Organe der Steuerrechtspflege und spielen eine essenzielle Rolle für die Qualität und Verlässlichkeit steuerlicher Beratung. Eine Lockerung der berufsrechtlichen Anforderungen würde die Steuerpflichtigen – insbesondere kleine und mittlere Unternehmen (KMU) – gefährden und könnte zu finanziellen Schäden durch fehlerhafte Steuerberatung führen.

Dienstleistungen sind keine Waren: Die Kommission sollte zwischen gewerblichen Dienstleistungen und hochqualifizierten Beratungsberufen unterscheiden

Steuerberatung erfordert spezifische Fachkenntnisse, nationale Rechtskenntnis und ein hohes Maß an Verantwortung. Ein vereinfachtes Anerkennungsverfahren für grenzüberschreitende Dienstleistungen ist daher nicht sachgerecht.

Es darf keine Aushöhlung der nationalen Regulierungskompetenz geben

Eine erneute Reform des Notifizierungsverfahrens, das den Mitgliedstaaten die Gesetzgebungskompetenz für berufsrechtliche Maßnahmen entziehen könnte, lehnen wir ab. Stattdessen sollte ein kooperativer Ansatz verfolgt werden, der die nationalen Besonderheiten respektiert.